Zeitkapsel

Zeitkapsel

Während einer 24-Stunden-Stadtforschung in der Europaallee Zürich – vom Freitag 4. September 6 Uhr bis zum Samstag 5. September 6 Uhr – sammelt zURBS Objekte, Ideen, Geräusche, Standpunkte, Freudensprünge, Bilder, Zweifel, Augenblicke, Küsse, Wortfetzen und allerlei andere Zeitzeugnisse in einer Zeitkapsel der Gegenwart, einer Verdichtung der vielschichtigen Erfahrungen, die einen neuen Stadtraum real und lebendig machen.

Wir freuen uns über persönliche Beiträge! – direkt vor Ort oder per Email an zeitkapsel@zurbs.org 

…..Irgendwann wird ein Stein wieder vom anderen fallen. Spuren der Gegenwart werden bleiben. Was werden Archäologen der Zukunft über die Europaallee 2015 ausfindig machen? Vermutlich wird man noch über die Grundrisse, den Strassenverlauf, die Höhe, die Ansicht und sogar die Aussicht der Gebäude etwas wissen. Aber wie es sich in und zwischen den Häusern angefühlt hat, wird in Vergessenheit geraten. Wie wir uns hin und her bewegt haben und warum, wer sich dort wohl gefühlt hat und wer nicht, wird aus den Ruinen nicht zu lesen sein. Was der Bau der Europaallee mit uns gemacht hat, die Freude und Wehmut, der Unmut und der Optimismus, das Misstrauen und das Rätseln… von all dem werden die Archäologen der Zukunft keine Spuren finden. Auch nicht von der Lebendigkeit, von Zufällen, Augenblicken zwischen Fremden oder Liebenden, verpassten Möglichkeiten, Wortfetzen, Gerüchen oder vom kühlen Windstoss, der uns hier immer an der selben Ecke entgegenschlägt…..

Wir fragen uns: Wie wird man sich an die Europaallee erinnern? In 20 Jahren werden Eltern ihren Kindern von den Demonstrationen und dem Widerstand erzählen, als die Europaallee gebaut wurde. In 50 Jahren wird sie noch stehen, und die Entstehungsgeschichte wird man in Dokumentationen nachlesen können. In 200 Jahren könnte sie bereits Ruine sein, in 500 Jahren wird da schon zum zweiten oder dritten Mal eine neue Baustruktur stehen, vielleicht noch um die selbe Allee, da Wege und Strassen sich meist viel beständiger festfahren als Häuser. Im baugeschichtlichen Archiv oder im Foyer des neuen Hotels wird man Bilder sehen können von früher, also von heute. Viel hat man nicht davon. Ein flüchtiger Eindruck und eine zufällige Idee davon, ob die Menschen damals, also heute, glücklich waren – oder nicht. Das ist alles. Und das ist schade.

Die glücklichen Momente, die diesen Ort prägen, aber auch die Schwierigkeiten, die Hürden, die Widerstände vor Ort, aus denen wir lernen könnten, gehören genauso in die Geschichtsschreibung der Europaallee. Deshalb wollen wir versuchen, das Jetzt einzufangen. Nicht das gebaute Jetzt, sondern das gelebte Jetzt. Wir wollen einen Ausschnitt aus der Gegenwart möglichst authentisch, sinnlich und vielschichtig einfangen und dann in Form einer Zeitkapsel sicher und tief vergraben – als Erinnerung, Warnung oder Gruss an die Zukunft

 

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Während einer 24-Stunden-Stadtforschung in der Europaallee Zürich– vom Freitag 4. September 6 Uhr bis zum Samstag 5. September 6 Uhr –sammelt zURBSObjekte, Ideen, Geräusche, Standpunkte, Freudensprünge, Bilder, Zweifel, Augenblicke,Küsse, Wortfetzen und allerlei andere Zeitzeugnisse in einer Zeitkapsel der Gegenwart,einer Verdichtung der vielschichtigen Erfahrungen, die einen neuen Stadtraum real und lebendig machen.

Wir freuen uns über persönliche Beiträge! – direkt vor Ort oder per Email an zeitkapsel@zurbs.org

…..Irgendwann wird ein Stein wieder vom anderen fallen. Spuren der Gegenwart werden bleiben. Was werden Archäologen der Zukunft über die Europaallee 2015 ausfindig machen? Vermutlich wird man noch über die Grundrisse, den Strassenverlauf, die Höhe, die Ansicht und sogar die Aussicht der Gebäude etwas wissen. Aber wie es sich in und zwischen den Häusern angefühlt hat, wird in Vergessenheit geraten. Wie wir uns hin und her bewegt haben und warum, wer sich dort wohl gefühlt hat und wer nicht, wird aus den Ruinen nicht zu lesen sein. Was der Bau der Europaallee mit uns gemacht hat, die Freude und Wehmut, der Unmut und der Optimismus, das Misstrauen und das Rätseln… von all dem werden die Archäologen der Zukunft keine Spuren finden. Auch nicht von der Lebendigkeit, von Zufällen, Augenblicken zwischen Fremden oder Liebenden, verpassten Möglichkeiten, Wortfetzen, Gerüchen oder vom kühlen Windstoss, der uns hier immer an der selben Ecke entgegenschlägt…..

Wir fragen uns: Wie wird man sich an die Europaallee erinnern? In 20 Jahren werden Eltern ihren Kindern von den Demonstrationen und dem Widerstand erzählen, als die Europaallee gebaut wurde. In 50 Jahren wird sie noch stehen, und die Entstehungsgeschichte wird man in Dokumentationen nachlesen können. In 200 Jahren könnte sie bereits Ruine sein, in 500 Jahren wird da schon zum zweiten oder dritten Mal eine neue Baustruktur stehen, vielleicht noch um die selbe Allee, da Wege und Strassen sich meist viel beständiger festfahren als Häuser. Im baugeschichtlichen Archiv oder im Foyer des neuen Hotels wird man Bilder sehen können von früher, also von heute. Viel hat man nicht davon. Ein flüchtiger Eindruck und eine zufällige Idee davon, ob die Menschen damals, also heute, glücklich waren – oder nicht. Das ist alles. Und das ist schade.

Die glücklichen Momente, die diesen Ort prägen, aber auch die Schwierigkeiten, die Hürden, die Widerstände vor Ort, aus denen wir lernen könnten, gehören genauso in die Geschichtsschreibung der Europaallee.Deshalb wollen wir versuchen, das Jetzt einzufangen. Nicht das gebaute Jetzt, sondern das gelebte Jetzt. Wir wollen einen Ausschnitt aus der Gegenwart möglichst authentisch, sinnlich und vielschichtig einfangen und dann in Form einer Zeitkapsel sicher und tief vergraben– als Erinnerung, Warnung oder Gruss an die Zukunft.

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